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Die Psychiaterin – Wurde der Job ihr zum Verhängnis?
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Die Psychiaterin – Wurde der Job ihr zum Verhängnis?
Tricia und Ethan sind frisch verheiratet und wollen endlich ihr eigenes Zuhause. Als sie auf ein Schnäppchen stoßen: ein großes Haus, erstaunlich günstig. Sie greifen sie zu, ohne lange zu zögern. Was sie nicht wissen: Das Haus gehörte Dr. Adrienne Hale, einer angesehenen Psychiaterin, die vor drei Jahren von einem Tag auf den anderen verschwunden ist. Keine Leiche, keine Nachricht, keine Spur.
Als ein heftiger Sturm das junge Paar im Haus einschließt, stößt Tricia in einem versteckten Raum auf eine Sammlung von Videokassetten, Aufzeichnungen der Therapiestunden von Adriennes Patientinnen. Eigentlich sollte sie die Bänder sofort beiseitelegen. Doch Tricia sieht sich eine an, dann noch eine. Und mit jeder Kassette rückt sie ein Stück näher an die Antwort auf die Frage, was mit der Psychiaterin wirklich geschehen ist.
Was als Neugier beginnt, wird zu einem Labyrinth aus Lügen, in dem nichts ist, wie es scheint, nicht einmal die eigene Ehe. Je tiefer Tricia gräbt, desto klarer wird: Die Wahrheit über Adrienne Hale hat einen Preis, und wer sie kennt, kommt nicht ungestraft davon. Bei der letzten Kassette ist es dafür bereits zu spät.

Ich habe dieses Hörbuch an zwei Abenden durchgehört, und genau das ist wohl das beste Kompliment, das man einem Psychothriller machen kann. Die Grundidee ist simpel, aber enorm wirkungsvoll: ein günstiges Haus, eine verschwundene Vorbesitzerin, ein Sturm, der das Paar einschließt, und ein Stapel Videokassetten mit Therapieaufzeichnungen. Freida McFadden baut ihre Spannung Kapitel für Kapitel auf, und Nina Reithmeier und Rubina Nath tragen das Ganze hörbar mit Freude vor, man spürt richtig, wie ihnen die Geschichte gefällt. Besonders gut hat mir gefallen, dass jede Kassette die Perspektive ein kleines Stück verschiebt und man als Hörer ständig seine Theorien über Bord werfen darf.
Ehrlich gesagt: Die Auflösung hat mich kalt erwischt. Ich hatte bis kurz vor Schluss eine völlig andere Erklärung im Kopf, und als sich alles zusammenfügt, wird einem erst klar, wie viele Hinweise die Autorin von Anfang an gestreut hat, ohne dass man sie als solche erkennt. Das ist Handwerk. Zugegeben, gegen Ende überschlagen sich die Enthüllungen fast ein wenig, da kommt ein Twist, dann gleich der nächste, und ich musste kurz innehalten, um alles einzuordnen. Wer lieber langsam ausklingende Geschichten mag, wird das als zu viel empfinden. Ich fand es aufregend, auch wenn das Finale dadurch etwas gehetzt wirkt.
Ein Wort zu den Sprechern: Die weiblichen Stimmen von Nina Reithmeier und Rubina Nath sind wirklich stark, jede Figur bekommt sofort ein eigenes Klangbild. Bei den männlichen Rollen hatte ich dagegen öfter das Gefühl, dass die Stimme nicht so recht zur Person auf der Tonspur passen will, ein Charakter klang für mich jünger, als ich ihn mir vorgestellt hatte, ein anderer schlicht zu glatt. Das hat mich anfangs etwas aus der Geschichte gerissen, nach einer halben Stunde hatte ich mich aber daran gewöhnt. Konstantin Marsch, Claudia Gräf und Stefan Kaminsky runden das Ensemble solide ab.
Mit gut sieben Stunden Laufzeit ist das Hörbuch für ein Wochenende perfekt dimensioniert. Ich habe es beim Aufräumen gehört und musste zweimal laut auflachen, weil mich ein Plotwende so überrumpelt hat, dass ich die Kaffeetasse fast fallen gelassen hätte. Tricia ist eine interessante Erzählerin, nicht immer sympathisch, aber immer glaubwürdig, und genau diese Ambivalenz macht den Reiz aus. Man frag sich zwischendurch unwillkürlich: Würde ich die Kassetten ansehen? Und die ehrliche Antwort ist: natürlich würde ich.
Fazit: Wer McFaddens bisherige Bücher kennt, weiß, was er bekommt: schnell, böse, mit einem Schluss, der noch mal alles umwirft. Wer sie neu entdeckt, kann hier bedenkenlos einsteigen, die Geschichte ist in sich abgeschlossen. Ich würde sie nicht als düsteren Slow-Burn bezeichnen, eher als rasanten Thriller mit schwarzhumorigen Momenten. Für mich gehört sie klar zu den unterhaltsamsten Hörbüchern des Jahres, auch wenn das letzte Drittel etwas atemlos geraten ist. Klare Empfehlung für alle, die gern Theorien aufstellen und sie dann zerlegt bekommen. Wer Freida McFadden mag, etwa durch Wenn sie wüsste, wird auch hier gut unterhalten.
Hör rein und entscheide selbst: In der kostenlosen Hörprobe bekommst du den Auftakt von „Die Psychiaterin“: Tricia und Ethan, das günstige Traumhaus und das erste ungute Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt. Genau diese ersten Minuten zeigen, warum man das Hörbuch so schwer wieder ausmachen kann.
Die Probe macht auch sofort hörbar, was das Hörerlebnis ausmacht: Nina Reithmeier und Rubina Nath lesen mit spürbarer Hingabe, unterstützt von Konstantin Marsch, Claudia Gräf und Stefan Kaminsky. Jede Figur erhält ihre eigene Stimme, und die Atmosphäre des verregneten Hauses entfaltet sich schon nach wenigen Minuten.
Wenn dich die Kassette im Versteck genauso gepackt hat wie uns, wartet dahinter die volle Version mit 7 Stunden und 3 Minuten Spannung, inklusive all der Twists, über die man danach unbedingt reden muss. Also: Kopfhörer auf, Hörprobe starten und abtauchen. von Freida McFadden die nächsten Kandidaten für deine Hörliste.





3 Comments
[…] rein und entscheide selbst, ob du Natalies perfektem Leben noch eine Sekunde glaubst. Danach passt Die Psychiaterin oder Die Ehefrau, falls du auf spannende Frauenfiguren […]
[…] Und das Beste: Dein Hörbuch bleibt nach der Testphase in deiner Bibliothek, selbst wenn du kündigst. Nichts wird gelöscht, du verlierst kein einziges Kapitel. Alle Details zur Kündigung findest du weiter unten auf dieser Seite.Wenn sie wüsste oder Die Psychiaterin. […]
[…] die Welt von Freida McFadden danach nicht mehr loslässt, empfehle ich euch aus demselben Hause Die Psychiaterin, das mich mit seinen verschwundenen Therapieaufzeichnungen mindestens genauso gepackt […]